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Prebendow Kr. Lauenburg Pom.

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Es ist möglich alle Angaben zu den Namen aus der Geschichte von Prebendow zu besorgen  ,wenn die  noch irgendwo vorhanden sind. Auch die Beglaubige von dem Standesamt .

  1. Alex Otto,Hildegard ,Margarethe (LNC45/37)/ Tolsdorf,Perkau,Bardtsteien 

  2. Ahfeldt Franz,Emilie,Anna,Lisa,Bertha,Erna,Alfred,Gerda,Rudolf,Luise,Edith,Dora (LNC),Walter,Martha,Karl (LL24)

  3. Balke Emma ,Edith ,Hildegard ,Rudi (LNC45/37) Wiesenberg 

  4. Bandemer Willi ,Karl,Siegfried ,Erwin (LNC4569)

  5. Bardach Gustav ,Agnes (LNC4569)

  6. Bartel Waleska ,Inge ,Hari (LNC45/37) (Kl.Montau ,Marienburg)

  7. Bartke Richard ,Hedwig (Jankendorf Ostpr.) ,Hanna,Dieter ( Gr.Lauth Ostpr.) (LNC45/32/41)

  8. Behnke Ella,Marga (LNC4569)

  9. Berger Martha ,Gustav,Elisabeth (LNC45/37) ,(Eisenberg )

  10. Bielitzki ,Lina ,Hans (KKSa13/21)

  11. Block Horst (LNC)

  12. Bork Willi,Minna,Hildegard ,Helmut ,Bruno (LNC4569)

  13. Borliesch August,Henriette (GG3866 Schwartowke )

  14. Brieschke Emma,Auguste,Ferdinand (LUSc11/23)

  15. Buckmann Juliane,Hedwig (LNC45/37)

  16. Burandt Johanna,Paul (LUSC206/31)

  17. Czarnowski Auguste (LUSc11/23)

  18. Czmyr Maria ,Anton,Aleksander (FZA344)

  19. Diebel Elisabeth,Ellen,Erika (LNC45/37)

  20. Domnowski Margarethe,Hermann (KKSd63,24)

  21. Draheim Meta,Irene ,Paul,Emma (LNC 4569)

  22. Fedol Ernst ,Berta (LNC4569)

  23. Ficyk Parasca,Joanis,Bogdan (FZA1044)

  24. Gajewi Lotte (LNC),Elisabeth,Edeltraud (LNC45/37)

  25. Gehrmann Minna (Fürstenau ) ,Marie (LNC45/37),Edith (LNC45/37)

  26. Groth Otto ,Johann (KKSd 8,25)

  27. Hoppe Albert,Martha (SBC1,33)

  28. Höft Marie ,Erika,Alfred ,Friedrich (LNC45/37)

  29. Hönicke (KKSa13/21)

  30. Judaschewski Helene ,Gertrud (LNC45/37)

  31. Junga Minna,Gertrud,Alfred ,Hildegard (LNC45/37)

  32. Kalke Ewa ,Udo (LNC45/37) Wohdunkeim

  33. Kattenberg Johann ,Ernst ,Henriette (PM)

  34. Kielmann Rudolf ,Margarethe (LNC45/37)/Georgenthal /Th.

  35. Kraft Marta,Giesela (Guhringen/Ostpr.) (LNC45/37)

  36. Krohse Wilhelm (AEa),Minna /Warschkau (LNC45/37)

  37. Kubitz Richard,Ottile ,Willi (LNC45/37)

  38. Labotzki Frieda ,Wolfgang ,Gerda ,Klaus (LNC45/37)/Berlin

  39. Liedtke Franz  (LNC) (Skandau Ostpr.)

  40. Lietzow Henriette (GG3866)

  41. Maike Henriette (PM)

  42. Magalski Maried (LNC45/37)/(Okalewo )

  43. Marquardt Luise,Inge,Heinrich  (LNC)/Kaunen Ostpr./Emma Hildegard ,Waltraut (LNC45/37)

  44. Myske Elfriede ,Edith (LNC4569)

  45. Ostasch Parasca (FZA1044)

  46. Pahnke Adolf ,Dora (LNC4569)

  47. Patok Frieda,Adolf (LNC45/33/23)

  48. Petsch Martha,Gerhard ,Manfred ,Herbert,Franz (LNŻ10),Selma ,Hugo (LNC45/37)

  49. Perschall Karl,Frieda, Ernst,Heinz,Irmgard (LNC)

  50. Petzel Elisabeth (GV),Friedrich, Hermine (LNC45/37)

  51. Poltrock Karl (LNC)
  52. Puscherus Anna ,Frieda ,Hermann (LNC45/37)/Malwischken.Mohringen ,Sackeln /Ostpr.
  53. Ramscheck Martha (LL24)/
  54. Reinhard Bruno (LL11)
  55. Ritzau  Emma ( LUSc11/23)
  56. Schalk Richard,Hermine  (LNC),(MRZu)
  57. Schluth Hilde, Hari ,Helga ,Gisela (LNC45/37)
  58. Schmeckis,Gertrud,Günther,Ingrid,Dieter (LNC45/37)(Schanzkrug )
  59. Schoth Johanne (LUSC206/31)
  60. Schumacher Margarete (LNC45/37)
  61. Sleiziger Marie (LNC45/37)
  62. Steinke Irmgard (LLC1/45)
  63. Stumpf  Kerstin (MRZ),Erna (LNC),Ursule,Renate ,Karin (LNC45/37)/Danzig Langfuhr 
  64. Themann Hedwig (LNC45/37)
  65. Vandersee Franz (C DSC04821),Elise ,Hildegard,Ingrid (LNC45/37)
  66. Wegner Edith (LNC45/37)
  67. Wenzlaff Walter (KKSκ21/36)
  68. Wessling Paul,Emma,Gertrud,Kurt,Wali,Günther,Liselotte,Rudi (LNC45/37)
  69. Wollmann Anna (LNC45/37) Herzogswalde 
  70. Zukaw Maria (FZA344)/Sbora 

Fotos ,Geschichte und Erinnerungen:

 

Prebendow
Prebendow Kreis  Lauenburg Pommern.
Prebendow
Prebendow
Das Gutshaus in Prebendow 1908
Das Gutshaus in Prebendow 1908
Erntedankfest in Prebendow
Erntedankfest in Prebendow.

    Gute und weniger gute Erinnerungen an meine Kindheit  Am 27.09.1934 wurde ich in Prebendow, Kreis Lauenburg, Pommern geboren. Bis zu meinem 8. Lebensjahr hatte ich eine sehr schöne und sehr glückliche Kindheit. Wir waren eine Großfamilie: meine Eltern, meine Großmutter, meine Tante, meine Urgroßeltern und natürlich ich. Jeder hatte seine Aufgabe und es klappte alles ganz wunderbar. Mein Vater hat auf dem Gut in Prebendow, Kreis Lauenburg, Pommern bei Herrn Kurt von Wittke gearbeitet. Traktor fahren und die Traktoren (ich glaube es waren drei) in Ordnung halten, das war seine Arbeit. Wenn er von der Arbeit nach Hause kam, wurde das Radio angeschaltet und wenn gute Musik gesendet wurde, hat er mit mir getanzt. Es war immer sehr schön und lustig bei uns. Mein Vater hatte auch ein Motorrad. Wir sind sehr oft nach Leba an die wunderschöne Ostsee gefahren. Meine Mutter, mein Vater und ich sind dann den ganzen Tag dort geblieben. Auch nach Scharschow, Krs. Lauenburg (Pommern), sind wir oft gefahren und haben Verwandte besucht, die Familie Tarnowski und Oma Schlutt. Es war schon Krieg, aber wir Kinder haben es noch nicht so zu spüren bekommen. Ich habe aber gemerkt, dass die Erwachsenen nun immer ganz ernste Gesichter hatten. Nichts war mehr so wie früher. Die Brüder von meiner Mutter waren schon im Krieg und dieser schreckliche Krieg wollte kein Ende finden. Dann, 1941, wurde auch das Motorrad von meinem Vater in den Krieg geholt. Wenn wir jetzt nach Scharschow wollten, bekam mein Vater vom Gut Prebendow eine Kutsche, im Winter einen Schlitten und zwei Pferde. Die Fahrten waren auch immer unvergesslich schön. Dann aber, 1943, musste mein Vater auch in den Krieg und alles war jetzt ganz anders, nichts war so schön wie früher. Ich hatte eine furchtbare Angst um meinen lieben Vater. In Prebendow waren schon viele junge Männer gefallen (ich sage wirklich sinnlos gefallen). Warum tobte dieser furchtbare Krieg und alle, wirklich alle Menschen mussten darunter leiden. Es gab Lebensmittelkarten und Bezugsscheine für Kleidung. Wir mussten Milch und Eier abliefern, durften auch nicht mehr selber buttern. Wer es trotzdem tat, wurde sehr hart bestraft. Es war wirklich alles anders geworden. Ich hatte immer das Gefühl, alle Menschen haben Angst. Es wurde immer hinter vorgehaltener Hand gesprochen oder getuschelt. Schön war dennoch immer für mich, wenn meine Mutter und ich nach Lauenburg fuhren. Wir mussten etwa zehn Minuten bis zum Bahnhof Prebendow laufen, aber dann gings ab nach Lauenburg. Bahnhof Neue Welt sind wir ausgestiegen, haben in den Neuendorfer Str. Nr. 80 Verwandte besucht (die Familie Helmut Schlutt). Dann wurde ein Stadtbummel gemacht, aber kaufen konnte man nicht mehr viel, es gab nur etwas auf Bezugsschein oder Lebensmittelkarten. Den Froschbrunnen fand ich immer sehr interessant und bin sehr froh, dass es diesen Brunnen noch gibt. Auch am Schwanenteich war ich immer sehr gerne. Der erste Mai war für mich auch immer ein ganz besonders schöner Tag. Die Kühe wurden nach einem harten Winter wieder auf die Koppeln getrieben und ich wusste, jetzt kommt auch bald der Sommer und wir können wieder an den herrlichen 0stseestrand in Leba. Im November 1944 waren alle Menschen sehr unruhig und voller Angst, so habe ich es damals empfunden. Nichts war mehr so schön wie früher. Kurz vor Weihnachten kamen die ersten Flüchtlinge zu uns, sie kamen aus Litauern. Dann, im Januar 1945, kamen die großen Trecks aus Ostpreußen und Westpreußen. Die Straße war voller Flüchtlingswagen, sie sollten in Richtung Stolp (Pommern) fahren. Am Abend haben die Menschen und auch die Tiere bei uns im Dorf übernachtet. Auch die anderen Dörfer waren voller Flüchtlinge. Morgens ging es dann weiter in Richtung Stolp. Anfang Februar 1945 sollten wir auch nach Regenwalde (heute Resko) Pommern flüchten. Alles war gepackt, aber dann kam die Nachricht, dass wir nicht mehr weg konnten. Mitte Februar 1945 kamen die Flüchtlingswagen, die Richtung Stolp gefahren waren, zurück. Die Frontrückte immer näher und sie mussten umkehren. Es kamen auch schon deutsche Soldaten, die auf dem Rückzug waren. Das ging tagelang so. Ich weiß nicht, wo die Menschen hin wollten. Zwei Reihen Flüchtlingswagen auf der Straße, die gar nicht so breit war, und die deutschen Soldaten und ihre Fahrzeuge über den gefrorenen Acker. Wir konnten vom Fenster aus alles sehen und wussten, jetzt kommt etwas ganz Schreckliches auf euch zu. Es war bitte kalt, der Kanonendonner rückte immer näher zu uns und wir konnten nirgends hin. Dann die furchtbare Nacht vom 9. zum 10. März 1945 werde ich nie vergessen. Der Himmel war feuerrot und es krachte überall. Deutsche Soldaten kamen zu uns, zogen die Uniformen aus und zogen die Kleidung von meinem Vater an. Als meine Mutter meinte: „Das geht doch aber nicht!   Mädchen 2. Reihe von hinten - Gertud Judaschewski 2. Heute Frau Bohlmann  Mädchen 2. Reihe von hinten - Waltraud Balke 3. Heute Prero Meck. Pomm.  Mädchen 2. Reihe von hinten - Gerda Ahfeld 10. Heute Frau Kellner Geschwenda Thüringen  Mädchen 3. Reihe von hinten - Edith Balke 4. Heute Prero Meck. Pomm  Mädchen 3. Reihe von hinten - Inge Tandok 6. ist gestorben  Mädchen 3. Reihe von hinten - Elisabet Gajewi 7.     Gute und weniger gute Erinnerungen an meine Kindheit  Am 27.09.1934 wurde ich in Prebendow, Kreis Lauenburg, Pommern geboren. Bis zu meinem 8. Lebensjahr hatte ich eine sehr schöne und sehr glückliche Kindheit. Wir waren eine Großfamilie: meine Eltern, meine Großmutter, meine Tante, meine Urgroßeltern und natürlich ich. Jeder hatte seine Aufgabe und es klappte alles ganz wunderbar. Mein Vater hat auf dem Gut in Prebendow, Kreis Lauenburg, Pommern bei Herrn Kurt von Wittke gearbeitet. Traktor fahren und die Traktoren (ich glaube es waren drei) in Ordnung halten, das war seine Arbeit. Wenn er von der Arbeit nach Hause kam, wurde das Radio angeschaltet und wenn gute Musik gesendet wurde, hat er mit mir getanzt. Es war immer sehr schön und lustig bei uns. Mein Vater hatte auch ein Motorrad. Wir sind sehr oft nach Leba an die wunderschöne Ostsee gefahren. Meine Mutter, mein Vater und ich sind dann den ganzen Tag dort geblieben. Auch nach Scharschow, Krs. Lauenburg (Pommern), sind wir oft gefahren und haben Verwandte besucht, die Familie Tarnowski und Oma Schlutt. Es war schon Krieg, aber wir Kinder haben es noch nicht so zu spüren bekommen. Ich habe aber gemerkt, dass die Erwachsenen nun immer ganz ernste Gesichter hatten. Nichts war mehr so wie früher. Die Brüder von meiner Mutter waren schon im Krieg und dieser schreckliche Krieg wollte kein Ende finden. Dann, 1941, wurde auch das Motorrad von meinem Vater in den Krieg geholt. Wenn wir jetzt nach Scharschow wollten, bekam mein Vater vom Gut Prebendow eine Kutsche, im Winter einen Schlitten und zwei Pferde. Die Fahrten waren auch immer unvergesslich schön. Dann aber, 1943, musste mein Vater auch in den Krieg und alles war jetzt ganz anders, nichts war so schön wie früher. Ich hatte eine furchtbare Angst um meinen lieben Vater. In Prebendow waren schon viele junge Männer gefallen (ich sage wirklich sinnlos gefallen). Warum tobte dieser furchtbare Krieg und alle, wirklich alle Menschen mussten darunter leiden. Es gab Lebensmittelkarten und Bezugsscheine für Kleidung. Wir mussten Milch und Eier abliefern, durften auch nicht mehr selber buttern. Wer es trotzdem tat, wurde sehr hart bestraft. Es war wirklich alles anders geworden. Ich hatte immer das Gefühl, alle Menschen haben Angst. Es wurde immer hinter vorgehaltener Hand gesprochen oder getuschelt. Schön war dennoch immer für mich, wenn meine Mutter und ich nach Lauenburg fuhren. Wir mussten etwa zehn Minuten bis zum Bahnhof Prebendow laufen, aber dann gings ab nach Lauenburg. Bahnhof Neue Welt sind wir ausgestiegen, haben in den Neuendorfer Str. Nr. 80 Verwandte besucht (die Familie Helmut Schlutt). Dann wurde ein Stadtbummel gemacht, aber kaufen konnte man nicht mehr viel, es gab nur etwas auf Bezugsschein oder Lebensmittelkarten. Den Froschbrunnen fand ich immer sehr interessant und bin sehr froh, dass es diesen Brunnen noch gibt. Auch am Schwanenteich war ich immer sehr gerne. Der erste Mai war für mich auch immer ein ganz besonders schöner Tag. Die Kühe wurden nach einem harten Winter wieder auf die Koppeln getrieben und ich wusste, jetzt kommt auch bald der Sommer und wir können wieder an den herrlichen 0stseestrand in Leba. Im November 1944 waren alle Menschen sehr unruhig und voller Angst, so habe ich es damals empfunden. Nichts war mehr so schön wie früher. Kurz vor Weihnachten kamen die ersten Flüchtlinge zu uns, sie kamen aus Litauern. Dann, im Januar 1945, kamen die großen Trecks aus Ostpreußen und Westpreußen. Die Straße war voller Flüchtlingswagen, sie sollten in Richtung Stolp (Pommern) fahren. Am Abend haben die Menschen und auch die Tiere bei uns im Dorf übernachtet. Auch die anderen Dörfer waren voller Flüchtlinge. Morgens ging es dann weiter in Richtung Stolp. Anfang Februar 1945 sollten wir auch nach Regenwalde (heute Resko) Pommern flüchten. Alles war gepackt, aber dann kam die Nachricht, dass wir nicht mehr weg konnten. Mitte Februar 1945 kamen die Flüchtlingswagen, die Richtung Stolp gefahren waren, zurück. Die Front rückte immer näher und sie mussten umkehren. Es kamen auch schon deutsche Soldaten, die auf dem Rückzug waren. Das ging tagelang so. Ich weiß nicht, wo die Menschen hin wollten. Zwei Reihen Flüchtlingswagen auf der Straße, die gar nicht so breit war, und die deutschen Soldaten und ihre Fahrzeuge über den gefrorenen Acker. Wir konnten vom Fenster aus alles sehen und wussten, jetzt kommt etwas ganz Schreckliches auf euch zu. Es war bitte kalt, der Kanonendonner rückte immer näher zu uns und wir konnten nirgends hin. Dann die furchtbare Nacht vom 9. zum 10. März 1945 werde ich nie vergessen. Der Himmel war feuerrot und es krachte überall. Deutsche Soldaten kamen zu uns, zogen die Uniformen aus und zogen die Kleidung von meinem Vater an. Als meine Mutter meinte: „Das geht doch aber nicht!

      Familie von Wittke  Prebendow vor dem Gutshaus.

    Gute und weniger gute Erinnerungen an meine Kindheit  Am 27.09.1934 wurde ich in Prebendow, Kreis Lauenburg, Pommern geboren. Bis zu meinem 8. Lebensjahr hatte ich eine sehr schöne und sehr glückliche Kindheit. Wir waren eine Großfamilie: meine Eltern, meine Großmutter, meine Tante, meine Urgroßeltern und natürlich ich. Jeder hatte seine Aufgabe und es klappte alles ganz wunderbar. Mein Vater hat auf dem Gut in Prebendow, Kreis Lauenburg, Pommern bei Herrn Kurt von Wittke gearbeitet. Traktor fahren und die Traktoren (ich glaube es waren drei) in Ordnung halten, das war seine Arbeit. Wenn er von der Arbeit nach Hause kam, wurde das Radio angeschaltet und wenn gute Musik gesendet wurde, hat er mit mir getanzt. Es war immer sehr schön und lustig bei uns. Mein Vater hatte auch ein Motorrad. Wir sind sehr oft nach Leba an die wunderschöne Ostsee gefahren. Meine Mutter, mein Vater und ich sind dann den ganzen Tag dort geblieben. Auch nach Scharschow, Krs. Lauenburg (Pommern), sind wir oft gefahren und haben Verwandte besucht, die Familie Tarnowski und Oma Schlutt. Es war schon Krieg, aber wir Kinder haben es noch nicht so zu spüren bekommen. Ich habe aber gemerkt, dass die Erwachsenen nun immer ganz ernste Gesichter hatten. Nichts war mehr so wie früher. Die Brüder von meiner Mutter waren schon im Krieg und dieser schreckliche Krieg wollte kein Ende finden. Dann, 1941, wurde auch das Motorrad von meinem Vater in den Krieg geholt. Wenn wir jetzt nach Scharschow wollten, bekam mein Vater vom Gut Prebendow eine Kutsche, im Winter einen Schlitten und zwei Pferde. Die Fahrten waren auch immer unvergesslich schön. Dann aber, 1943, musste mein Vater auch in den Krieg und alles war jetzt ganz anders, nichts war so schön wie früher. Ich hatte eine furchtbare Angst um meinen lieben Vater. In Prebendow waren schon viele junge Männer gefallen (ich sage wirklich sinnlos gefallen). Warum tobte dieser furchtbare Krieg und alle, wirklich alle Menschen mussten darunter leiden. Es gab Lebensmittelkarten und Bezugsscheine für Kleidung. Wir mussten Milch und Eier abliefern, durften auch nicht mehr selber buttern. Wer es trotzdem tat, wurde sehr hart bestraft. Es war wirklich alles anders geworden. Ich hatte immer das Gefühl, alle Menschen haben Angst. Es wurde immer hinter vorgehaltener Hand gesprochen oder getuschelt. Schön war dennoch immer für mich, wenn meine Mutter und ich nach Lauenburg fuhren. Wir mussten etwa zehn Minuten bis zum Bahnhof Prebendow laufen, aber dann gings ab nach Lauenburg. Bahnhof Neue Welt sind wir ausgestiegen, haben in den Neuendorfer Str. Nr. 80 Verwandte besucht (die Familie Helmut Schlutt). Dann wurde ein Stadtbummel gemacht, aber kaufen konnte man nicht mehr viel, es gab nur etwas auf Bezugsschein oder Lebensmittelkarten. Den Froschbrunnen fand ich immer sehr interessant und bin sehr froh, dass es diesen Brunnen noch gibt. Auch am Schwanenteich war ich immer sehr gerne. Der erste Mai war für mich auch immer ein ganz besonders schöner Tag. Die Kühe wurden nach einem harten Winter wieder auf die Koppeln getrieben und ich wusste, jetzt kommt auch bald der Sommer und wir können wieder an den herrlichen 0stseestrand in Leba. Im November 1944 waren alle Menschen sehr unruhig und voller Angst, so habe ich es damals empfunden. Nichts war mehr so schön wie früher. Kurz vor Weihnachten kamen die ersten Flüchtlinge zu uns, sie kamen aus Litauern. Dann, im Januar 1945, kamen die großen Trecks aus Ostpreußen und Westpreußen. Die Straße war voller Flüchtlingswagen, sie sollten in Richtung Stolp (Pommern) fahren. Am Abend haben die Menschen und auch die Tiere bei uns im Dorf übernachtet. Auch die anderen Dörfer waren voller Flüchtlinge. Morgens ging es dann weiter in Richtung Stolp. Anfang Februar 1945 sollten wir auch nach Regenwalde (heute Resko) Pommern flüchten. Alles war gepackt, aber dann kam die Nachricht, dass wir nicht mehr weg konnten. Mitte Februar 1945 kamen die Flüchtlingswagen, die Richtung Stolp gefahren waren, zurück. Die Frontrückte immer näher und sie mussten umkehren. Es kamen auch schon deutsche Soldaten, die auf dem Rückzug waren. Das ging tagelang so. Ich weiß nicht, wo die Menschen hin wollten. Zwei Reihen Flüchtlingswagen auf der Straße, die gar nicht so breit war, und die deutschen Soldaten und ihre Fahrzeuge über den gefrorenen Acker. Wir konnten vom Fenster aus alles sehen und wussten, jetzt kommt etwas ganz Schreckliches auf euch zu. Es war bitte kalt, der Kanonendonner rückte immer näher zu uns und wir konnten nirgends hin. Dann die furchtbare Nacht vom 9. zum 10. März 1945 werde ich nie vergessen. Der Himmel war feuerrot und es krachte überall. Deutsche Soldaten kamen zu uns, zogen die Uniformen aus und zogen die Kleidung von meinem Vater an. Als meine Mutter meinte: „Das geht doch aber nicht!

Von Wittke.

FEKDARBEITEN IN PREBENDOW KREIS LAUENBURG POMMERN

Feldarbeiten.

FELDARBEITEN IN PREBENDOWKARTOFELERNTE

Kartoffelernte.

PREBENDOW  PRZEBENDOWO

Die Dorfschule in Prebendow Kreis Lauenburg Pommern 1941.

 Mädchen 2. Reihe von hinten - Gertud Judaschewski 2. Heute Frau Bohlmann

Mädchen 2. Reihe von hinten - Waltraud Balke 3. Heute Prero Meck. Pomm.

Mädchen 2. Reihe von hinten - Gerda Ahfeld 10. Heute Frau Kellner Geschwenda Thüringen

Mädchen 3. Reihe von hinten - Edith Balke 4. Heute Prero Meck. Pomm

Mädchen 3. Reihe von hinten - Inge Tandok 6. ist gestorben

Mädchen 3. Reihe von hinten - Elisabet Gajewi 7.

PREBENDOW

Gertrud Bohlmann Prebendow-Vorwerk.

 

 Gute und weniger gute Erinnerungen an meine Kindheit

Am 27.09.1934 wurde ich in Prebendow, Kreis Lauenburg, Pommern geboren. Bis zu meinem 8. Lebensjahr hatte ich eine sehr schöne und sehr glückliche Kindheit.
Wir waren eine Großfamilie: meine Eltern, meine Großmutter, meine Tante, meine Urgroßeltern und natürlich ich. Jeder hatte seine Aufgabe und es klappte alles ganz wunderbar.
Mein Vater hat auf dem Gut in Prebendow, Kreis Lauenburg, Pommern bei Herrn Kurt von Wittke gearbeitet. Traktor fahren und die Traktoren (ich glaube es waren drei) in Ordnung halten, das war seine Arbeit. Wenn er von der Arbeit nach Hause kam, wurde das Radio angeschaltet und wenn gute Musik gesendet wurde, hat er mit mir getanzt.
Es war immer sehr schön und lustig bei uns. Mein Vater hatte auch ein Motorrad. Wir sind sehr oft nach Leba an die wunderschöne Ostsee gefahren. Meine Mutter, mein Vater und ich sind dann den ganzen Tag dort geblieben. Auch nach Scharschow, Krs. Lauenburg (Pommern), sind wir oft gefahren und haben Verwandte besucht, die Familie Tarnowski und Oma Schlutt.
Es war schon Krieg, aber wir Kinder haben es noch nicht so zu spüren bekommen. Ich habe aber gemerkt, dass die Erwachsenen nun immer ganz ernste Gesichter hatten. Nichts war mehr so wie früher. Die Brüder von meiner Mutter waren schon im Krieg und dieser schreckliche Krieg wollte kein Ende finden. Dann, 1941, wurde auch das Motorrad von meinem Vater in den Krieg geholt. Wenn wir jetzt nach Scharschow wollten, bekam mein Vater vom Gut Prebendow eine Kutsche, im Winter einen Schlitten und zwei Pferde. Die Fahrten waren auch immer unvergesslich schön. Dann aber, 1943, musste mein Vater auch in den Krieg und alles war jetzt ganz anders, nichts war so schön wie früher. Ich hatte eine furchtbare Angst um meinen lieben Vater. In Prebendow waren schon viele junge Männer gefallen (ich sage wirklich sinnlos gefallen).
Warum tobte dieser furchtbare Krieg und alle, wirklich alle Menschen mussten darunter leiden. Es gab Lebensmittelkarten und Bezugsscheine für Kleidung. Wir mussten Milch und Eier abliefern, durften auch nicht mehr selber buttern. Wer es trotzdem tat, wurde sehr hart bestraft. Es war wirklich alles anders geworden. Ich hatte immer das Gefühl, alle Menschen haben Angst. Es wurde immer hinter vorgehaltener Hand gesprochen oder getuschelt.
Schön war dennoch immer für mich, wenn meine Mutter und ich nach Lauenburg fuhren. Wir mussten etwa zehn Minuten bis zum Bahnhof Prebendow laufen, aber dann gings ab nach Lauenburg. Bahnhof Neue Welt sind wir ausgestiegen, haben in den Neuendorfer Str. Nr. 80 Verwandte besucht (die Familie Helmut Schlutt). Dann wurde ein Stadtbummel gemacht, aber kaufen konnte man nicht mehr viel, es gab nur etwas auf Bezugsschein oder Lebensmittelkarten.
Den Froschbrunnen fand ich immer sehr interessant und bin sehr froh, dass es diesen Brunnen noch gibt. Auch am Schwanenteich war ich immer sehr gerne. Der erste Mai war für mich auch immer ein ganz besonders schöner Tag. Die Kühe wurden nach einem harten Winter wieder auf die Koppeln getrieben und ich wusste, jetzt kommt auch bald der Sommer und wir können wieder an den herrlichen 0stseestrand in Leba. Im November 1944 waren alle Menschen sehr unruhig und voller Angst, so habe ich es damals empfunden. Nichts war mehr so schön wie früher. Kurz vor Weihnachten kamen die ersten Flüchtlinge zu uns, sie kamen aus Litauern. Dann, im Januar 1945, kamen die großen Trecks aus Ostpreußen und Westpreußen. Die Straße war voller Flüchtlingswagen, sie sollten in Richtung Stolp (Pommern) fahren. Am Abend haben die Menschen und auch die Tiere bei uns im Dorf übernachtet. Auch die anderen Dörfer waren voller Flüchtlinge. Morgens ging es dann weiter in Richtung Stolp.
Anfang Februar 1945 sollten wir auch nach Regenwalde (heute Resko) Pommern flüchten. Alles war gepackt, aber dann kam die Nachricht, dass wir nicht mehr weg konnten. Mitte Februar 1945 kamen die Flüchtlingswagen, die Richtung Stolp gefahren waren, zurück. Die Frontrückte immer näher und sie mussten umkehren. Es kamen auch schon deutsche Soldaten, die auf dem Rückzug waren. Das ging tagelang so. Ich weiß nicht, wo die Menschen hin wollten. Zwei Reihen Flüchtlingswagen auf der Straße, die gar nicht so breit war, und die deutschen Soldaten und ihre Fahrzeuge über den gefrorenen Acker.
Wir konnten vom Fenster aus alles sehen und wussten, jetzt kommt etwas ganz Schreckliches auf euch zu. Es war bitte kalt, der Kanonendonner rückte immer näher zu uns und wir konnten nirgends hin. Dann die furchtbare Nacht vom 9. zum 10. März 1945 werde ich nie vergessen. Der Himmel war feuerrot und es krachte überall. Deutsche Soldaten kamen zu uns, zogen die Uniformen aus und zogen die Kleidung von meinem Vater an. Als meine Mutter meinte: „Das geht doch aber nicht!", sagten die Soldaten: „Liebe Frau, Ihr Mann braucht die Sachen nicht mehr." Nachher sagte meine Mutter immer wieder: „Hoffentlich konnten sich durch Papas Sachen doch noch ein paar Menschen retten."Dann der 10. März 1945, die russischen Panzer rollten um 10:15 Uhr die Straße bei uns entlang. Ein Haus von der Familie Balke brannte gleich ganz nieder. Die Flüchtlinge waren wie vom Erdboden verschluckt. Sicher suchten sie Schutz in den Wäldern. Auch unser Hof stand voller Flüchtlingswagen.Wir waren zu Bauer Hugo Petsch gelaufen, weil unser Haus so dicht an der Straße stand. Auch weil unser Haus voller Flüchtlinge und Soldaten war, alle suchten Schutz. Wir konnten von unserem Versteck ganz genau die Panzer sehen. Es war furchtbar, hauptsächlich für die Kinder.Bei Bauer Petsch waren auch viele Flüchtlinge. Neben uns stand eine Frau mit ihrer kleinen Tochter, sie hieß Luise. Die Frau sagte zu meiner Mutter: „Haben Sie eine Rasierklinge mit?" Meine Mutter hat mit „Nein" geantwortet und gefragt:

„Warum sollte ich eine Rasierklinge dabei haben?" Die Frau sagte dann: „Wenn uns die Russen zu sehr quälen, schneiden wir uns die Pulsadern auf." Meine Mutter sagte: „So etwas tue ich nicht." und ich war froh, ich durfte weiter leben.Am 12. März 1945 haben uns dann die russischen Soldaten gefunden. Sie haben nach Uhren gefragt, haben die Uhren mitgenommen und sind wieder gegangen. Wir waren erleichtert und haben gemeint: „So schlimm war es doch nicht." Aber was dann kam, war eine sehr, sehr schlimme Zeit. Die Russen kamen drei-, viermal am Tag, meist waren sie auch noch betrunken. Sie haben Frauen vergewaltigt und Menschen erschossen. Als Kind hat man alles mit ansehen müssen. Oft mussten wir uns alle draußen aufstellen. Dann haben sie auf uns gezielt, aber über unsere Köpfe geschossen. Es war furchtbar. Sehr schlimm war es, wenn die russischen Soldaten Nachts kamen. Als wir es nicht mehr ertragen konnten, haben wir dann bei der eisigen Kälte drei Wochen draußen im Wald geschlafen. Jeder hatte nur eine Wolldecke, aber man musste damit zufrieden sein. Es ging eben nicht anders.
 Im Juni 1945 beruhigte sich alles ein wenig. Wir durften die toten Menschen und die toten Tiere eingraben wo sie lagen. Sie lagen im Straßengraben, auf dem Acker und sogar auf Höfen. Es war ein fürchterlicher Gestank, den man auch nicht vergisst.
Wir durften auch Kartoffeln pflanzen. Ein Pole hatte das Gut von Prebendow übernommen und die deutschen Leute haben gearbeitet. Sie bekamen auch Kartoffeln und etwas Mehl jeden Monat. Es gab jeden Tag einen halben Liter Milch, das war doch schon ein guter Anfang. 1946 bekam meine Mutter außer Kartoffeln, Mehl und Milch auch noch jeden Monat 100,00 Zlotti. Das Geld reichte für Salz, Zucker, etwas Öl und eine Bonbon im Monat. Dann aber kamen die polnischen Siedler und die Deutschen mussten gehen. Jetzt mussten wir weiße Armbinden tragen, damit man sah, wer Deutscher und wer Pole war.
Meine Mutter und ich mussten Prebendow am 25.09.1947 verlassen. Wir wurden bis Lauenburg gebracht. Untergebracht waren wir hier in der Streichholzfabrik. Hier waren so viel Menschen, auf dem Fußboden konnte man nachts nur im Sitzen schlafen, zum Hinlegen war kein Platz. Am 27.09.1947 ging dann unser Transport. Wir waren eine Woche unterwegs und im Viehwagon war es genau so voll wie in der Streichholzfabrik. Man konnte auch hier nur im Sitzen schlafen.
Wir kamen nach Meiningen (russischer Sektor) ins Lager. Hier hatten wir nur noch Hunger, es war furchtbar. Drei lange Wochen waren wir dort, dann kamen wir nach Geschwenda, Kreis Arnstadt (russischer Sektor).
Am 2. April 1949 haben meine Mutter und ich unseren ganzen Mut zusammen genommen und sind nach Zeven, Kreis Rotenburg (englischer Sektor), gefahren und gegangen. Die DDR-Posten durften uns auf keinen Fall bei unserer Flucht erwischen. Meistens sind wir Nachts gelaufen. Ich sehe noch immer die grellen Scheinwerfer, die die Gegend kontrollierten.
Mein Vater war im November 1948 aus der Gefangenschaft nach Zeven entlassen worden und wir waren endlich wieder zusammen. Jetzt ging alles wieder bergauf, natürlich ganz langsam, aber man hatte wieder neuen Lebensmut.
Meine wunderschöne Heimat, Kreis Lauenburg, Pommern, werde ich niemals vergessen. Ich bin sehr froh, dass ich das blaue Ländchen besuchen darf, wann ich möchte. Ich bin mit meinem Mann, der auch aus Pommern, Kreis Regenwalde stammt, schon oft dort gewesen.
Jetzt fahren auch schon die Kinder mit und machen in Leba an der schönen Ostsee und dem schneeweißen Ostseestrand Urlaub. Von den Polen werden wir sehr gut aufgenommen und bewirtet. Ich hoffe, es bleibt jetzt für immer so: Ruhe und Frieden.
                                                                 

   Mädchen 2. Reihe von hinten - Gertud Judaschewski 2. Heute Frau Bohlmann  Mädchen 2. Reihe von hinten - Waltraud Balke 3. Heute Prero Meck. Pomm.  Mädchen 2. Reihe von hinten - Gerda Ahfeld 10. Heute Frau Kellner Geschwenda Thüringen  Mädchen 3. Reihe von hinten - Edith Balke 4. Heute Prero Meck. Pomm  Mädchen 3. Reihe von hinten - Inge Tandok 6. ist gestorben  Mädchen 3. Reihe von hinten - Elisabet Gajewi 7.     Gute und weniger gute Erinnerungen an meine Kindheit  Am 27.09.1934 wurde ich in Prebendow, Kreis Lauenburg, Pommern geboren. Bis zu meinem 8. Lebensjahr hatte ich eine sehr schöne und sehr glückliche Kindheit. Wir waren eine Großfamilie: meine Eltern, meine Großmutter, meine Tante, meine Urgroßeltern und natürlich ich. Jeder hatte seine Aufgabe und es klappte alles ganz wunderbar. Mein Vater hat auf dem Gut in Prebendow, Kreis Lauenburg, Pommern bei Herrn Kurt von Wittke gearbeitet. Traktor fahren und die Traktoren (ich glaube es waren drei) in Ordnung halten, das war seine Arbeit. Wenn er von der Arbeit nach Hause kam, wurde das Radio angeschaltet und wenn gute Musik gesendet wurde, hat er mit mir getanzt. Es war immer sehr schön und lustig bei uns. Mein Vater hatte auch ein Motorrad. Wir sind sehr oft nach Leba an die wunderschöne Ostsee gefahren. Meine Mutter, mein Vater und ich sind dann den ganzen Tag dort geblieben. Auch nach Scharschow, Krs. Lauenburg (Pommern), sind wir oft gefahren und haben Verwandte besucht, die Familie Tarnowski und Oma Schlutt. Es war schon Krieg, aber wir Kinder haben es noch nicht so zu spüren bekommen. Ich habe aber gemerkt, dass die Erwachsenen nun immer ganz ernste Gesichter hatten. Nichts war mehr so wie früher. Die Brüder von meiner Mutter waren schon im Krieg und dieser schreckliche Krieg wollte kein Ende finden. Dann, 1941, wurde auch das Motorrad von meinem Vater in den Krieg geholt. Wenn wir jetzt nach Scharschow wollten, bekam mein Vater vom Gut Prebendow eine Kutsche, im Winter einen Schlitten und zwei Pferde. Die Fahrten waren auch immer unvergesslich schön. Dann aber, 1943, musste mein Vater auch in den Krieg und alles war jetzt ganz anders, nichts war so schön wie früher. Ich hatte eine furchtbare Angst um meinen lieben Vater. In Prebendow waren schon viele junge Männer gefallen (ich sage wirklich sinnlos gefallen). Warum tobte dieser furchtbare Krieg und alle, wirklich alle Menschen mussten darunter leiden. Es gab Lebensmittelkarten und Bezugsscheine für Kleidung. Wir mussten Milch und Eier abliefern, durften auch nicht mehr selber buttern. Wer es trotzdem tat, wurde sehr hart bestraft. Es war wirklich alles anders geworden. Ich hatte immer das Gefühl, alle Menschen haben Angst. Es wurde immer hinter vorgehaltener Hand gesprochen oder getuschelt. Schön war dennoch immer für mich, wenn meine Mutter und ich nach Lauenburg fuhren. Wir mussten etwa zehn Minuten bis zum Bahnhof Prebendow laufen, aber dann gings ab nach Lauenburg. Bahnhof Neue Welt sind wir ausgestiegen, haben in den Neuendorfer Str. Nr. 80 Verwandte besucht (die Familie Helmut Schlutt). Dann wurde ein Stadtbummel gemacht, aber kaufen konnte man nicht mehr viel, es gab nur etwas auf Bezugsschein oder Lebensmittelkarten. Den Froschbrunnen fand ich immer sehr interessant und bin sehr froh, dass es diesen Brunnen noch gibt. Auch am Schwanenteich war ich immer sehr gerne. Der erste Mai war für mich auch immer ein ganz besonders schöner Tag. Die Kühe wurden nach einem harten Winter wieder auf die Koppeln getrieben und ich wusste, jetzt kommt auch bald der Sommer und wir können wieder an den herrlichen 0stseestrand in Leba. Im November 1944 waren alle Menschen sehr unruhig und voller Angst, so habe ich es damals empfunden. Nichts war mehr so schön wie früher. Kurz vor Weihnachten kamen die ersten Flüchtlinge zu uns, sie kamen aus Litauern. Dann, im Januar 1945, kamen die großen Trecks aus Ostpreußen und Westpreußen. Die Straße war voller Flüchtlingswagen, sie sollten in Richtung Stolp (Pommern) fahren. Am Abend haben die Menschen und auch die Tiere bei uns im Dorf übernachtet. Auch die anderen Dörfer waren voller Flüchtlinge. Morgens ging es dann weiter in Richtung Stolp. Anfang Februar 1945 sollten wir auch nach Regenwalde (heute Resko) Pommern flüchten. Alles war gepackt, aber dann kam die Nachricht, dass wir nicht mehr weg konnten. Mitte Februar 1945 kamen die Flüchtlingswagen, die Richtung Stolp gefahren waren, zurück. Die Front rückte immer näher und sie mussten umkehren. Es kamen auch schon deutsche Soldaten, die auf dem Rückzug waren. Das ging tagelang so. Ich weiß nicht, wo die Menschen hin wollten. Zwei Reihen Flüchtlingswagen auf der Straße, die gar nicht so breit war, und die deutschen Soldaten und ihre Fahrzeuge über den gefrorenen Acker. Wir konnten vom Fenster aus alles sehen und wussten, jetzt kommt etwas ganz Schreckliches auf euch zu. Es war bitte kalt, der Kanonendonner rückte immer näher zu uns und wir konnten nirgends hin. Dann die furchtbare Nacht vom 9. zum 10. März 1945 werde ich nie vergessen. Der Himmel war feuerrot und es krachte überall. Deutsche Soldaten kamen zu uns, zogen die Uniformen aus und zogen die Kleidung von meinem Vater an. Als meine Mutter meinte: „Das geht doch aber nicht! 

Gertrud Judaschewsky als kleines Mädchen .

Der alte Friedhof von Prebendow :

 

Sohn des gärtners von Prebendow ahlfeldt

Sohn des Gärtners G.Alfeldt.

 

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